Pokalrunde: Kehlen erwartet die SSG Ulm 99
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SV Kehlen kassiert Packung gegen die SSG Ulm 99

Bericht: Schwabische Zeitung. Das Debüt von Trainer Tobias Ullrich ist gründlich in die Hose gegangen. Für ihn und die Fußballer des SV Kehlen gab es am Samstag eine deftige 0:6 (0:5)-Niederlage gegen die SSG Ulm 99 – und damit auch das Aus in der ersten Runde des WFV-Pokals. „Wir haben keinen Druck auf den Gegner bekommen, in gewisser Weise brachte der Gegner auch mehr Leidenschaft auf den Platz“, sagte Ullrich über die deutliche Angelegenheit in der ersten Halbzeit.

Sinnbildlich für den Unterschied beider Mannschaften war der Treffer zum 5:0 (45. +2). Der herausragende Björn Haußer auf der rechten Seite drang in den Sechzehner der Kehlener ein, baute mehrere Haken in seine Aktion ein und setzte so nicht nur seinen Gegenspieler Patrice Roth auf den Hosenboden, sondern fand auch seinen Mitspieler Tobias Häußler, der den Ball nur noch über die Linie drücken musste. „Den dreht es immer noch“, sagte ein Ulmer Fan über Roth. Zurecht hatten die etwas 50 mitgereisten Zuschauer zu diesem Zeitpunkt beste Laune, so krönten die Ulmer mit diesem Tor zum 5:0 ihren starken Auftritt in der ersten Hälfte.

Ulms Offensive brilliert

Im Landesliga-Duell erarbeiteten sich die Gäste sofort ein Übergewicht. Ein frühes Gegentor für die Kehlener deutete sich an, doch am Anfang ließ die SSG zunächst einiges liegen. In der ersten sechsten Minute verzweifelten sie an SVK-Keeper Serkan Ünal: Er hielt den Schuss von Michael Da Silva Malheiro und parierte dann gleich zwei Nachschüsse von Steffen Reichl. Nur eine Minute später machte Ünal dann keine gute Figur. Er kam herausgestürmt, aber erreichte den Ball nicht und hatte Glück, dass Häußler aus 25 Metern am leeren Tor vorbei zielte. Die Ulmer ließen sich aber nicht aus dem Konzept bringen, agierten in der Folge auch kaltschnäuziger. Insbesondere über ihre Flügelspieler erzeugten sie eine Menge Druck und stellten die Gastgeber damit vor ungeheure Probleme. „Mit ihren diagonalen Bällen haben sie immer wieder Überzahl auf den Außen geschaffen“, analysierte Ullrich. Über Haußer fiel der erste Treffer. Er bediente Reichl, der per abgefälschtem Schuss das 1:0 für die SSG besorgte (15.). Kurz darauf legte die Mannschaft von Trainer Bernd Pfisterer nach. Spielgestalter Ruben Beneke verwertete eine Ecke von Häußler (19.), zwei Minuten später legte Beneke für Da Silva Malheiro zum 3:0 auf – der SV Kehlen verteidigte sehr luftig. Raum, den Häußler für die eingespielte Mannschaft der SSG zum 4:0 nutzte (37.). „Die Ulmer waren dann sehr effektiv“, meinte Ullrich.

Der 28-jährige Trainer musste neun Monate auf sein Debüt beim SV Kehlen warten und erlebte natürlich keinen schönen Tag. Vor circa 150 Zuschauern sah er allerdings auch Positives, auf das sich aufbauen lässt. Denn sein Team zeigte im Offensivspiel gute Ansätze. „In der ersten Halbzeit haben wir uns zwei, drei gute Situationen herausgespielt“, lobte Ullrich. Und damit hatte er auch recht: Kehlen hätte mindestens einen Torerfolg in den ersten 45 Minuten verdient gehabt. Das Zusammenspiel der beiden aus Kressbronn gekommenen Brüder Marko und Luka Föger funktionierte ordentlich und macht Mut für die nächsten Aufgaben. Am Samstag reichte es aber nicht zu einem Treffer, da Luka Föger seine zwei großen Chancen nicht nutzte. Einmal scheiterte er aus elf Metern an SSG-Schlussmann Patrick Apel (33.) und einmal verhinerte Kevin Strobl mit seiner Klärungsaktion kurz vor der Linie den Einschlag im Tor (40.). Apel fiel mit weiteren Paraden auf. Er rettete in höchster Not gegen David Bernhard (7.), verhinderte zudem ein direktes Eckballtor von Dennis Horvat (44.). „Uns fehlte das Quäntchen Glück“, haderte Ullrich.

Die Probleme des SV Kehlen

In einer sehr ereignisarmen zweiten Halbzeit besorgte Haußer noch einen weiteren Treffer für die Gäste (51.), die mit dem Bus des Basketball-Bundesligisten ratiopharm Ulm anreisten. Der SV Kehlen verlor demnach sein erstes Pflichtspiel in der neuen Saison mit 0:6 und konnte die angekündigte Paroli nicht bieten. Es offenbarten sich große Schwächen im Spiel gegen den Ball, oft stimmte auch das Positionsspiel auf dem Feld nicht. Daran möchte der SVK bis zum Ligastart gegen den FC Albstadt am 7. August (15.30 Uhr) intensiv arbeiten. Um dann, so Ullrich, „ein anderes Gesicht zu präsentieren“.